Mit 18 Turnern startete die Männerriege des TV Rebstein zum diesjährigen Ausflug mit dem Fahr-rad mit und ohne Strom. Am Freitag und Samstag, 21./22. August besammelten sich die Turner auf dem Progyplatz, wo bereits der Reisebus mit Anhänger der Rheintal-Reisen Sieber aus Diepoldsau wartete. Die Räder wurden verladen und um kurz vor 8 Uhr ging die Reise los nach Ilanz.

Im Car konnten wir uns noch mit Gipfeli, Weggli und kaltem Kaffee sowie Ovo-Getränk auf die zwei Tage vorbereiten. Was zu erwarten war, wurde dann kurz vor unserem Ziel Gewissheit. Der von vielen lang ersehnte Regen setzte ein und wir mussten unsere Regenbekleidung anziehen und die Bikes ausladen.

Somit starteten wir frohgemut unsere Tour, die von Daniel Kurer vorgeschlagen und ausgearbeitet wurde, in zwei Gruppen. So konnten die Autos auf den schmalen Strassen trotzdem und mühelos an uns vorbeiziehen. Die erste gute Stunde radelten wir mehrheitlich leicht aufwärts und konnten die sonst so schöne Gegend beim Jungen Rhein gar nicht so geniessen. Aber den grössten Dorf-brunnen in Valendas durften wir bestaunen.
Unsere erste Pause legten wir im Rest. Rössli in Versam ein, wo wir einen Kaffee zum Aufwärmen und mit lüpfiger Klaviermusik von Ernst Baumann erfreut wurden.

Leider durften wir im Restaurant unseren Mittagslunch nicht einnehmen und so fuhren wir nun talwärts weiter an schöne Aussichtspunkte mit Blick auf den Rhein und die Rhätische Bahn.

Auch an unserem geplanten Pick-Nick-Platz mussten wir vorbeifahren, weil der Regen immer noch unerlässlich niederprasselte.
Nach einer guten Stunde sind wir im Rest. Calanda in Felsberg angekommen, wo wir uns nochmals aufwärmen und mit einem spontanen Mittagessen verwöhnen lassen konnten. Den letzten Teil des ersten Tages fuhren wir via Haldenstein, dem Fischersee bei Trimmis, Zizers, Landquart und über Malans und Jenis nach Maienfeld, wo wir unsere Zimmer beziehen konnten. Nach einer erfrischenden Dusche und frischen und trockenen Kleidern wartete bereits ein Höhepunkt des ersten Tages. Wir durften das Weingut Heidelberg der Familie Lampert besuchen und wurden von Markus gekonnt durch die Keller und die Kunst der Weindegustation geführt. Auch unsere Fragen wurden sehr kompetent beantwortet und manch einer schwärmte auch nach der Weinprobe von den feinen Tropfen. In der Zwischenzeit legte der Regen eine Pause ein und hatte etwas Mitleid mit den Turnern.

Nun war es auch Zeit, endlich den Magen zu besänftigen. Mit dem Rad fuhren wir weiter zum Eichengut, wo wir freundlich erwartet wurden. Mit einem feinen gemischten Salat und einem Eichen-gut Burger konnten wir uns die Bäuche vollschlagen und für das Gruppenfoto aufstellen.

Zurück ging es um ca. 22 Uhr ins Hotel, wo manch einer noch an der Bar hängen blieb, bevor die Akkus der e-Bikes geladen werden mussten und alle dann den ersten Tag auf dem Kissen Revue passieren lassen konnten.
Der zweite Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück und mit bewölktem und leicht sonnigem Wetter. Da auf uns gleich der steile Aufstieg zur Luziensteig wartete, fuhren die Biker ohne Strom etwas vor den anderen Fahrern los. Die Rechnung wäre auch aufgegangen, wenn die hintere Gruppe nicht eine Abkürzung nehmen wollte und sich so um mehr als 100 Höhenmeter verirrte und schliesslich mit mehr als einer halben Stunde bei den wartenden Kollegen den Zusammenschluss wieder herstellten. Alle konnten aber eine kleine Stärkung in Form eines Biberlis als Belohnung für den Anstieg entgegennehmen. Die rasante Abfahrt auf trockener Strasse mit ungefähr 70 Kilometer pro Stunde, brachte uns relativ schnell via Balzers und Triesen nach Vaduz. So hatten wir genügend Zeit, die Verpflegung vom Vortag auf dem Platz vor dem Landtagsgebäude zu verzehren und noch etwas Flüssigkeit zu tanken.

Das Städtchen Vaduz bietet auch sehr viele schöne Gebäude und Kunstinstallationen. Um 12:30 Uhr durften wir uns vor dem Landtagsgebäude be-sammeln und eine sehr informative Führung von Frau Gisella Pelli geniessen. Erstaunlich war eine der ersten Informationen, dass der Architekt ein ansehnliches Honorar als Sieger der Ausschrei-bung erhalten hat. Der Bau, der im Volksmund «Toblerone» heisst, ist innen und aussen mit ca. 1,1 Millionen Klinkersteinen gebaut. Der jährliche Unterhalt zum Ersatz von defekten Steinen beläuft sich auf ca. 200'000.00 Franken pro Jahr. Imposant waren die Stützmauer und die grossen Anker, die das Gebäude vom nahen Felsen trennten. Auf der Dachterrasse hatten wir einen fantastischen Aus-blick auf Vaduz. Zum Schluss durften wir im Land-tagsgebäude den runden Plenarsaal besuchen und uns auf die Sitze der Abgeordneten setzen.

Gisella hat uns vieles zur Geschichte des Fürstentum Liechtenstein und der grossen Familie der Fürsten von und zu Liechtenstein erzählen können. Nun war es Zeit, die Rückfahrt ins Rheintal zu starten. Der Blick auf das Wetterradar gab Ent-warnung und wir konnten den ganzen Tag ohne Regen in die Pedalen treten. Unser Ziel war das Restaurant Löwenburg in Lienz, wo leider eine geschlossene Gesellschaft unseren Halt verhinderte. Aber in der Piazza Oberriet konnten wir unseren Durst nochmals stillen und unsere Beine ausschütteln. Die restlichen Kilometer waren dann ein leichtes und wir kamen gesund und zufrieden wieder in Rebstein an. Zwei Tage auf dem Rad hätten unterschiedlicher nicht sein können. Einen Tag nur Regen, der andere Tag am morgen sehr frisch und dann sonnig und warm. Und manch Hintern war froh, dass wieder auf normalen Stühlen oder Sofa gesessen werden konnte.
Herzlichen Dank an alle Teilnehmer der Turnfahrt 2026 und vor allem an Daniel Kurer, der eine wunderschöne Strecke zusammengestellt hat und uns sicher an das jeweilige Ziel gebracht hat. Danke auch an Franz Boehrer, der jeweils die zweite Gruppe angeführt hat. Danke auch an alle Stromer, die Biobiker bei Aufstiegen unterstützt haben. Gemeinsam geht es besser! Bis zum nächsten Jahr und hoffentlich auch einer interessanten Zweitageswanderung.
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Rebstein, 23. August 2026
Stefan











